Apotheken-Versorgung in Magdeburg zwischen Beratung und Online-Konkurrenz

In Magdeburg ist es präsent - das rote "A" der Apotheken. Doch die Pharmazeuten der Stadt blicken mit Sorge auf die Konkurrenz aus dem Internet. Um die Beratung vor Ort zu stärken, lassen sich die Apotheker von Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper unterstützen.

 

Apotheken-Zeichen bei Nacht
Foto: Don Klumpp / Alamy Stock Photo

Magdeburg ohne Apotheken? Bislang ist dieses Szenario nicht denkbar. Doch die Apotheker der Stadt blicken mit Sorge auf die Konkurrenz aus dem Internet. Mit einem Foto-Shooting der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände wollen die Magdeburger deshalb auf ihre fachlichen und kundenorientierten Dienstleistungen aufmerksam machen. Dafür haben sich die Pharmazeuten Unterstützung von Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper geholt: "Aktuell nehme ich wahr, dass wir eine gute Apothekenversorgung in der Stadt haben. Die Menschen sind auch mit ihren Apotheken zufrieden. Aber der Internethandel wird die Versorgung vor Ort verändern. Auch Apotheken werden unter Druck geraten, genauso wie andere stationäre Einrichtungen", heißt es in einer Mitteilung. "Ich weiß nicht, ob die Apotheke sich gegenüber dem Internethandel behaupten und ob die Apotheke mit ihrer guten Beratung vor Ort ihre Kunden halten kann. Das ist schwer vorherzusagen. Noch ist etwas Zeit, um zu schauen, wie sich die Apotheken weiter entwickeln können. Die Situation, wie ich sie erlebe ist, dass hauptsächlich ältere Menschen in die Apotheke gehen und die Jugend fast nur noch im Internet bestellt."

Apotheker Jens-Andreas Münch mit Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper

Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper (r.) mit Apotheker Dr. Jens-Andreas Münch. Foto: Kathrin Pohl

Magdeburgs Apotheker wollen mit dem Foto-Shooting darauf aufmerksam machen, dass beispielsweise verschreibungspflichtige Medikamente noch zum gleichen Preis in jeder Apotheke vor Ort erhältlich sind. Diese Preise sehen die Pharmazeuten jedoch gefährdet. Denn: Versand-Apotheken aus dem Ausland müssen sich an die Preisregelungen für deutsche Apotheken nicht halten. Diese Regelung hat der Europäische Gerichtshof im Oktober 2016 geklärt. "Einem aggressiven Preiswettbewerb gegen ausländische Konzerne können wir als kleine mittelständische Unternehmer auf Dauer nicht standhalten", erklärt Dr. Jens-Andreas Münch, Inhaber der Magdeburg Nordpark-Apotheke, in der Mitteilung. Diesem Druck können die Apotheker vor Ort nur mit einer anderen Form begegnen: "Während Versender keine Beratung vor Ort und Notdienste anbieten, individuelle Rezepturen herstellen oder Medikamente und Betäubungsmittel für schwere Krankheiten wie Krebs abgeben, leistet das unsere lokal ansässige Apotheke tagtäglich."