Der "Einkaufen in Magdeburg"-Blog

Die Geschichte des Handels – Teil 3: Handel in einem Weltreich

Jahrhundertelang umfasste das römische Reich den kompletten Mittelmeerraum und die Märkte waren voll mit Gütern aus sämtlichen Provinzen. Mit dem Entstehen des Alexanderreichs etablierte sich das Münzgeld allmählich auch in Europa. Dort wuchs zur gleichen Zeit ein weiteres Weltreich heran. Mitte des 4. Jahrhunderts vor Christus hatte sich Rom bereits aus einem kleinen Dörfchen zu einer bedeutenden italienischen Stadt entwickelt. Im Laufe der nächsten 200-300 Jahren stieg diese zur Hauptstadt der vielleicht einflussreichsten Kultur der Geschichte auf.

Straßen erleichtern den Transport

Vom Fluss Euphrat im Nahen Osten bis an die Atlantikküste Spaniens und von den Wäldern Großbritanniens an das Rote Meer bei Ägypten erstreckte sich das römische Reich. Aus allen Provinzen trafen Händler aufeinander, um ihre prachtvollen Waren zu verkaufen. Selbst bis nach China sollen die Römer Beziehungen gepflegt haben. Das Ganze geschah in einem nie dagewesenen Ausmaß. Möglich wurde das, weil die Römer ein gigantisches Straßennetzwerk über ihr komplettes Reich errichteten und den Gütertransport so immens erleichterten.

Das Dolce Vita in der Hauptstadt

Zentrum von alldem war stets Rom. Das luxuriöse Leben der dortigen Oberschicht ist bis heute berüchtigt. Wein, Sitzliegen und üppiges Essen bringt man sofort mit den römischen Gelagen in Verbindung. Allgegenwärtig waren dabei stets Sklaven aus den besiegten Gegenden des Reiches.

Egal ob in den öffentlichen Bädern, bei Feldarbeit oder in privaten Haushalten, überall mussten Menschen ohne jegliche Rechte hart schuften. Der Handel mit Menschen florierte zu dieser Zeit leider auch in bemerkenswerter Weise.

Die Vorstufe zu Tipico

Der aufregendste Bereich, in dem Sklaven eingesetzt wurden, war jedoch zweifelsohne die Kampfarena. Im berühmten Amphitheater Roms, aber auch in allen anderen Provinzen des Reiches, wurden brutale Gladiatorenkämpfe veranstaltet, welche von abertausenden Zuschauern leidenschaftlich verfolgt wurden.

Auf den Sieg eines bestimmten Kämpfers Geld zu setzen, war weit verbreitet. In den Veranstaltungen liegt also nicht nur der Ursprung unserer heutigen Großereignisse im Sport (z.B. Fußballspiele, Boxkämpfe, etc.), sondern auch der nach wie vor beliebten Sportwetten.

Fortschritt und dubiose Sitten

Neben den Gladiatorenkämpfen hatten die Römer noch einige andere „Exportschlager“, welche den eroberten Gebieten auch bedeutenden Fortschritt brachten. Fußbodenheizungen, Thermen und Wasserleitungen waren bald in anderen Städten zu finden und trugen dazu bei, dass sich so mancher Gedanke an einen Aufstand gegen die Eroberer in Luft auflöste.

Toiletten mit Abfluss gab es übrigens zum Teil auch schon. Diese waren jedoch öffentlich und hatten keine Kabinen, wie wir sie heute kennen. Man saß auf einer langen Bank mit Löchern nebeneinander und konnte plaudern. Der Aufenthalt wurde oft sinnvoll genutzt und so traf man sich teils mit einem Handelspartner an diesem Ort. Die Redewendung „ein Geschäft machen“ stammt aus dieser Zeit.

Recht und Ordnung – Grundlage für guten Handel

Einer der bedeutendsten Faktoren für den Frieden im Reich, als auch der so gut funktionierende Handel war allerdings das vorhandene Rechtssystem. Dieses stellte klare Regeln für den Lebensalltag der Menschen auf, wurde konsequent durchgesetzt und verhinderte so viele Streitigkeiten auf dem Markt. Manche der damaligen Gesetze sind bis heute Grundlage für unsere Paragraphen.

Die Römer haben ohne jeden Zweifel viele Veränderungen eingeleitet, welche wichtig in der Entwicklung des Handels waren. Doch auch deren Reich ging irgendwann zugrunde und es folgte eine ganz neue Epoche mit ganz anderen Verhältnissen. Wie es auf den Märkten des Mittelalters aussah und was die Händler zu dieser Zeit bewegte, lesen Sie in der nächsten Folge.

 

 

Quellen:

http://www.zeit.de/2013/18/china-dorf-liqian-roemische-vorfahren