Der "Einkaufen in Magdeburg"-Blog

Die Geschichte des Handels – Teil 2: Entstehung des Geldes

Wie bereits in unserer ersten Folge erwähnt, mussten durch das stetig wachsende Angebot an Waren und Produkten einheitliche Währungen entstehen. Diese waren anfangs Naturalien. Neben Reis, Pfeffer, Fleisch entwickelten sich bereits originellere Formen, wie Meeresschnecken oder Kakao. Edelmetalle sind hierfür jedoch deutlich praktischer, weshalb diese so langsam an Bedeutung gewannen. In Lydien beispielsweise, das im Westen der heutigen Türkei lag, wurde so Gold zum gängigen Tauschmittel. Allerdings wurde das noch abgewogen.

 

 

 

Die Entstehung des Geldes – als die Menschen begannen, Münzen zu prägen.

Im Westen der heutigen Türkei ließ der große König Krösus erstmals eine einheitliche Währung schaffen. Wie es dazu kam, erfahren Sie hier. Lydien war aufgrund seiner Lage Knotenpunkt etlicher Handelswege zwischen Europa und Vorderasien. Folglich waren die dortigen Städte übersehen mit großen Märkten, auf denen der Austausch von Waren aus der ganzen damals bekannten Welt stattfand. Dieser war aber immer wieder durch das Misstrauen in die Währung gestört.
Das Problem: Elektron, das verwendete Material, ist ein Gemisch aus Silber und Gold, welches sich in seiner Zusammensetzung sehr stark unterscheiden kann. Der Goldanteil schwankt zwischen 20% und 90%, womit Konflikte zwischen den Händlern vorprogrammiert waren. Fälschungen waren ebenfalls leicht möglich.

 

Münzgeld entsteht

Etwa 560 v. Chr. beschloss König Krösus daher, seine eigenen Münzen zu prägen. Mithilfe von Schmelzöfen begannen die Lyder reines Gold aus Elektron zu gewinnen und konnten damit einheitliches Geld herstellen. Somit bekamen die Münzen auch ihren festgelegten Wert, der sofort zuzuordnen war und damit die Wage  für das Geld unnötig machte.
Außerdem war der „Kroiseios“ erstmals  eine geprägte Währung, wie auf goldseiten.de zu lesen ist. Auf der Vorderseite war ein Stier wie ein Löwe zu sehen, was den Zeichen des Königs entsprach. Die kleinste Einheit war übrigens so winzig wie ein Stecknadelkopf. Viele verstauten daher das Kleingeld in der Backe.

 

Reich wie Krösus

Das von Krösus in der lydischen Hauptstadt Sardis eingeführte Geld, wurde bald im ganzen Reich verwendet. Dadurch verbreitete sich auch sein Image als superreicher Herrscher. In vielen Kulturen gilt er nach wie vor als Inbegriff des betuchten Kapitalisten. „Ich bin doch nicht Krösus“ ist eine für jeden gängige Redewendung.

Bestärkt wurde das Bild seiner Persönlichkeit sicherlich durch sein Opfer an das Orakel von Delphi. 9t Gold soll er diesem vor dem Krieg gegen Persien geschenkt haben. Krösus wurde prophezeit, er werde ein großes Reich vernichten. Damit war allerdings sein eigenes gemeint und so wurde Lydien von den Persern erobert.

 

Geld erobert die Welt

Denen gefiel das gut funktionierende Geldsystem hervorragend, sodass sie dieses übernommen haben. In deren riesigen Herrschaftsgebiet verbreiteten sich die Münzen rasant. Viele Jahre später, um das Jahr 333 v. Chr. gelang es einem Mazedonier, das persische Reich zu besiegen. Niemand anderes als Alexander der Große trug dazu bei, dass die Münze ihren Siegeszug fortsetzte.
Im griechischen Kulturraum wurde mit Silbermünzen bezahlt – die Silberdrachme. Als Alexander seinen Feldzug begann, hatte er massive Geldsorgen und Probleme die Besoldung seiner Armee auf Dauer zu gewährleisten. Durch die Kriegsbeute gelang es ihm jedoch, alle zu bezahlen.
Um sein riesiges Reich, das sich bis nach Indien erstreckte, zu stabilisieren, musste er Eintracht zwischen den eroberten Völkern gewährleisten. Dafür hatte er tausende seiner Soldaten mit Perserinnen zwangsverheiratet. Wollten diese sesshaft werden, mussten sie auch einen Sold bekommen, der auch außerhalb ihrer Heimat etwas wert war.

Daher führte Alexander eine einheitliche Währung ein, die in seinem ganzen Reich gültig war. Davon profitierte der Handel sowie der kulturelle Austausch enorm. Die Einführung des Münzgeldes und dessen Verbreitung war ein Meilenstein in der Geschichte des Handels. Doch dieser entwickelte sich auch nach dem Zerfall des Alexanderreiches weiter. Gerade im alten Rom erlebte der Warenaustausch nochmals eine neue Dimension. Davon erfahren Sie in unserer nächsten Folge.