Der "Einkaufen in Magdeburg"-Blog

Die Geschichte des Handels – Teil 4: Die Völkerwanderung und Karl der Große

Die Völkerwanderung sorgte für ein schlechtes Umfeld für Geschäfte. Erst Karl der Große konnte das im großen Stile ändern. Wie es dazu kam, erfahren Sie in dieser Folge.

Zu Zeiten des römischen Reiches wurde der Grundstein für einen ausgeprägten Handel in Europa sowie im ganzen Mittelmeerraum gelegt, wie in der vorherigen Folge geschildert wurde. Doch verschiedene Umstände führten zu einem Phänomen, das den Untergang des Imperiums verursachte: die Völkerwanderung.

 

Die Völkerwanderung – aus Verzweiflung ins Chaos

Einerseits war die Bevölkerung gerade im germanischen Gebiet rasant gewachsen, sodass bebaubares Land in Mitten der dortigen Urwälder immer knapper wurde. Auf der anderen Seite führte ein verschlechtertes Klima zu weniger Ertrag auf den Feldern, was die Ernährung der Menschen gefährdete. Als dann im 4. Jahrhundert nach Christus die Hunnen mit ihren Feldzügen in Russland begannen, zwangen sie viele Menschen zur Flucht und lösten damit die besagte Völkerwanderung aus. Es folgten rund 200 Jahre unzähliger Invasionen verschiedenster Stämme. Ihrer Existenzgrundlage beraubt, machten sich die Menschen auf den Weg, um einen Ort für ein besseres Leben zu finden. Im Zuge der vielen kriegerischen Auseinandersetzungen, gingen so manche Handelsbeziehungen verloren.

 

Der Untergang des römischen Reiches

Da es viele Völker aus dem Norden über die Alpen nach Italien zog, bedeutete dies letztlich den Untergang des römischen Reiches. Dadurch brachen auch viele Handelsstrukturen zusammen. Der Großteil der Errungenschaften der Römer verschwand. Bäder, Aquädukte, Amphitheater spielten auf dem Flickenteppich der verschiedenen Herrschaftsgebiete keine Rolle mehr. Das Rechts- und Münzsystem konnte in der Form ebenfalls nicht fortbestehen. Lediglich die Straßen blieben, wenn sie auch größtenteils wenig gepflegt wurden.

 

Karl der Große schafft Ordnung

Erst als die Karolinger sich allmählich in Europa etablieren konnten und Karl der Große im Jahre 800 n. Chr. zum Kaiser gekrönt wurde, entstanden wieder Strukturen für einen breiten Warenaustausch zwischen verschiedenen Völkern. Er führte ein einheitliches Geldsystem ein und sorgte sogar für Preisregulierungen; zum Beispiel für Getreide. Ferner verbat er den Handel bei Nacht und versuchte Gewinnstreben in schlechten Erntejahren zu unterbinden. Das neue Rechts- und Verwaltungssystem sorgte für mehr Sicherheit, gerade für Händler. Architektur, Dichtung sowie Bildung erlebten eine neue Blütezeit in Karls Frankenreich, welches sich vom heutigen Ungarn bis zu den Pyrenäen und von Mittelitalien bis an die Nordsee erstreckte. Eine einheitliche Schrift wurde ebenfalls festgelegt. In seinem ganzen Reich hat Karl der Große einen einheitlichen Kalender eingeführt. Dadurch wurden Terminabsprachen, Buchführung etc. erleichtert.

 

Fokussierung auf Europa

Generell sorgte der Zerfall des römischen Imperiums sowie die spätere Etablierung des Karlsreich dafür, dass vor allem Handelsbeziehungen innerhalb Europas entstanden und Waren aus dem Orient wie Afrika seltener wurden.

Doch auch das Frankenreich bestand in der Form nicht ewig. Nach Karls Tod wurde es in verschiedene Gebiete aufgeteilt. Einige Jahre später etablierte sich König Otto in Magdeburg. Wie er seinen Einfluss nutzte und wie sein Namensvetter in Braunschweig, die Wirtschaft in seinem Reich beeinflusste, erfahren Sie in der nächsten Folge.